Vorgeschichte
Die ersten Pläne für den Bau einer Eisenbahn über den Arlberg reichen bis um das Jahr 1840 zurück. Bereits damals bestand großes Interesse an einer Eisenbahnverbindung vom Bodensee bis zur Adria. Insbesondere das britische Königsreich war bestrebt, den Postverkehr nach Ägypten und Indien zu verkürzen. Die Projekte des Baus von Gebirgsbahnen scheiterten jedoch häufig an technischen Vorbehalten. Erst die Eröffnung der Semmeringbahn 1854 bewies, dass die Überwindung von Gebirgen mit Eisenbahnlinien möglich war.
In Vorarlberg setzte sich ab 1847 der Industrielle Carl Ganahl massiv für den Bau einer Eisenbahnverbindung von Innsbruck zum Bodensee ein. Seiner Beharrlichkeit war es zu verdanken, dass sich der Eisenbahnausschuss des Reichsrates wiederholt mit dieser Angelegenheit befasst, wenngleich die Realisierung auf sich warten ließ. 1869 zog das Handelsministerium die Arlbergbahn-Vorlage wieder zurück; immerhin wurde in jenem Jahr aber das Gesetz über den Bau der Vorarlberger Bahn zwischen Bregenz und Bludenz
sanktioniert, die zweifellos eine Vorstufe zur Arlbergbahn darstellte.
Der deutsch-französische Krieg 1870/71 und das damit verbundene Handelsembargo hatte der Frage des Baus der Arlbergbahn neue Dringlichkeit gegeben. Der beabsichtige Bau der Gotthardbahn gab zudem einen Impuls, eingehende Studien über den möglichen Trassenverlauf einer Eisenbahnverbindung von Vorarlberg nach Tirol in Auftrag zu geben. In erster Linie befassten sich diese Entwürfe damit, ob eine Eisenbahnlinie durch das Montafon und das Paznauntal errichtet oder die Verbindung durch das Klostertal über den Arlberg und das Stanzertal gewählt werden sollte. Letztere Variante erwies sich schließlich als die bessere, wobei verschiedene Trassenführungen - und sogar eine Zahnradbahn über den Arlbergpass - in Betracht gezogen wurden.
Heftige Debatten über die Realisierbarkeit und Finanzierbarkeit des Arlbergbahn-Projekts zogen sich noch mehrere Jahre dahin, doch machte 1879 die Handels- und Zollpolitik Deutschlands die Notwendigkeit eines rein österreichischen Schienenweges dringend erforderlich. Nicht zuletzt diese Tatsache ließ den Entschluss reifen, den Bau der Arlbergbahn nun endlich in Angriff zu nehmen, wobei eine Trassenführung mit dem beabsichtigen 10.270 Meter langen Scheiteltunnel gewählt wurde. Am 7. Mai 1880 beschloss der Reichsrat das Gesetz zum Bau einer Eisenbahn von Innsbruck nach Bludenz mit einem Kostenrahmen von 35,6 Millionen Gulden.








